Medaillen für besondere Schweizer über 65

Ein Chirurg und Entwicklungshelfer, eine Künstlerin, ein Schuhmacher, ein Einradfahrer und ein Zeitungsmann: Fünf aussergewöhnliche Schweizer über 65 Jahre wurden im Rahmen einer grossen Gala-Veranstaltung im Luzerner KKL mit der Limmex Medaille für ihre inspirierende Lebensgeschichte geehrt.

(Bild: zVg) Schlussbouquet der Preisverleihung mit allen Gewinnern und Finalisten

Die Limmex Medaille zeichnet in fünf Kategorien Menschen aus, die mindestens 65-jährig sind, in der Schweiz wohnen und nicht prominente sind; jedoch mit ihren Geschichten für andere als Inspirationsquelle dienen, und vor allem für die jüngere Generation ein Vorbild sind. Die Medaillen als besondere Würdigung wurden in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und sind eine Initiative des Schweizer Unternehmens Limmex, das die Notruf-Uhr erfunden und entwickelt hat.

Eine prominente Jury hat zusammen mit dem Publikum, das in einem öffentlichen Online-­Voting seine Favoriten wählen konnte, über die Medaillen-­Gewinnerinnen und -Gewinner entschieden. Die hochkarätige Jury bilden Schweizer Persönlichkeiten wie Alt-Bundesrat Samuel Schmid, Beatrice Tschanz, ehemalige Swissair-Kommunikationschefin, Schauspielerin Heidi Maria Glössner, Rollstuhlsportler Heinz Frei, Marianne Pfister, Geschäftsführerin Spitex Schweiz, Regina Regenass, Managing Director World Demographic & Ageing Forum, und Bergführer und Buchautor Bruno Jelk.

Die Gewinnerin und Gewinner der Limmex Medaille 2018 in den fünf Kategorien sind:
Kategorie Soziales: Hermann Oberli, Chirurg aus Muntelier
Vor über 40 Jahre weilte der Chirurg Herrmann Oberli (78) erstmals auf den Salomonen, der Inselgruppe im Südpazifik. Seither kehrt er immer wieder dorthin zurück und leistet wichtige Entwicklungshilfe. Dank seiner Initiative gibt es heute einen Masterstudiengang, der Chirurgen ausbildet und auf die soziokulturellen Herausforderungen vorbereitet. Derzeit nehmen 22 Ärzte aus acht pazifischen Ländern am Programm der PIOA (Pacific Islands Orthopaedic Association) teil, um später die zehn Millionen Einwohner der südpazifischen Inselstaaten unfallchirurgisch und orthopädisch zu betreuen.

Kategorie Kultur: Johanna Schneider, Künstlerin aus St. Gallen
Die Künstlerin Johanna Schneider (78) kreiert digitale Kunst und hat sich mit ihrer autodidaktisch entwickelten Technik «Photopaintings Mosaics digital» – jedes Bild ist eine Bildkomposition aus etwa 2’000 einzelnen Bildern – einen Namen gemacht. Auch befasst sie sich mit Techniken wie der Acryl-/ Mischtechnik, Collagen, Pan Art sowie mit Arbeiten mit der 3D-Brille und Skulpturen. Mit der Farbigkeit und Komposition ihrer Werke will sie ihre Wahrnehmung des Lebens abbilden. Ihr künstlerisches Wirken beabsichtigt eine Reaktion auf die Welt, die sich immer weiter diversifiziert. Johanna Schneider stellt auf der ganzen Welt aus.

Kategorie Wirtschaft: Hugo Wyssbrod, Schuhmacher aus Biel
Nur noch wenige Menschen in der Schweiz können, was Hugo Wyssbrod (78) kann: Schuhe machen. Als der Handwerksmeister einer grossen Kette von Reparaturwerkstätten zu teuer wurde, eröffnete er seine eigene, erfolgreiche Werkstatt. Noch heute steht er jeden Tag in seinem Geschäft, welches er irgendwann seinem Lehrsohn übergeben will. Doch sind Schuhe nicht seine einzige Leidenschaft. Seit einigen Jahren baut und restauriert Hugo Wyssbrod Holzinstrumente wie Geigen und Cellos. Dass er die Instrumente nicht spielen kann, ist dabei kein Hindernis.

Kategorie Sport: Hans Howald, Einradfahrer aus Küssnacht am Rigi
Wenn Hans Howald (69) auf sein Einrad steigt, treiben ihn vor allem sportlicher Ehrgeiz und Neugier. Nachdem eine schwere Erkrankung ihn mit dem Rollstuhl bedrohte, begann er mit 60 Jahren mit Einradfahren. Inzwischen überwindet er auf seinen Touren Hunderte und Tausende von Streckenkilometern und Höhenmetern und begegnet dabei vielen Kulturen – vom Atlantik bis zum Schwarzem Meer. Jetzt träumt Hans Howald von eine Einrad-Tour entlang der Seidenstrasse oder durch Japan.

Kategorie Gesellschaft: Walter Burri, «Zeitungsmann» aus Interlaken
Wenn die Gratiszeitung nicht nach Interlaken kommt, dann holt Walter Burri (83) sie eben. Dafür fährt er jeden Tag, exakt zur gleichen Zeit, zwischen Interlaken West und Ost Zug und sammelt die Exemplare ein. Bei Wind und Wetter verteilt er sie dann per Velo an seine rund 100 «Kunden» und interessierte Abnehmer. Seit acht Jahren ist Walter Burri der «Zeitungsmann» von Interlaken, damals hat ihm die Aufgabe über den Tod seiner Frau hinweggeholfen.

Überwältigendes Interesse als Bestätigung
«Sowohl die grosse Anzahl an Kandidatenanmeldungen als auch das überwältigende Publikumsinteresse an der Abstimmung haben uns bestätigt, wie wichtig es ist, Leistungen von Menschen über 65 Jahren auszuzeichnen», sagt Heinz Rutishauser, CEO der Limmex AG und Initiator der Limmex Medaille. «Uns ist es wichtig, dass ältere Menschen in unserer Gesellschaft mehr Wertschätzung und Anerkennung erhalten. Die Lebensgeschichten der Gewinnerin und Gewinner der Limmex Medaillen können andere Menschen dazu motivieren, das Alter als Ausgangspunkt für neue Abenteuer zu verstehen.»

Für Alt-Bundesrat Samuel Schmid, der Einsitz in der Jury hat, zeigen die Medaillen-Gewinnerin und -Gewinner, dass bemerkenswerte Leistungen in jeder Lebensphase möglich sind: «Respekt für alle, die Spezielles schaffen, und Dank an alle, die es anerkennen und honorieren.»

pd

Weiterleiten
  • gplus
  • pinterest